Stadt.Land.Schwul goes Bi

Podcasts gibt es einige für die queere Community. Doch nicht alle verlassen ihre Komfortzone und reden über sexuelle Orientierungen, die möglicherweise nicht der ihren entsprechen. Nicht so die kessen Bienen von Stadt.Land.Schwul… die Mutti und der Patrick haben eine Folge über Bisexualität gemacht und Fabian Grischkat mit Fragen rund um seine sexuelle Orientierung gelöchert. Tut das wirklich Not? Hat Fabian Lust auf alles was nicht bei drei auf dem Baum ist? Wie finde ich das Ganze? Das alles erfahrt ihr im Artikel.

Wer sind die eigentlich?

Noch einmal eine kurze Vorstellung der Protagonisten für alle, die nicht wissen um wen es sich handelt. Patrick und Flo aka die Mutti betreiben seit einigen Jahren den durchaus erfolgreichen Podcast Stadt.Land.Schwul. Hier wird über die verschiedensten Themen der queeren Community aber auch über die Dinge berichtet, die alltäglich in der Welt passieren. Fabian Grischkat ist ein niedlicher Jungspund, der Aktivismus lebt, bisexuell ist und auch schon auf Youtube mit Filmproduktionen Erfolge gefeiert hat. Wer keinen von den dreien kennt, hat meiner Meinung nach etwas verpasst.

Sind wir nicht alle ein bisschen Bi?

Die aktuelle Folge ist schon im Einstieg ein echt liebenswürdiges Unikat, da Flo sich köstlich über die Rede von der AFD Tante über Tessa Ganserer echauffiert und man nichts versteht, da die Hälfte der Wörter gepiept werden muss. Dann wird zum eigentlichen Thema, Bisexualität, übergeleitet. Fabian stellt sich kurz vor und dann kommen die Fakten auf den Tisch. Zunächst wird sich die Frage gestellt, ob sich bisexuelle Menschen weniger outen, oder es einfach nicht so viele von ihnen gibt. Es wird festgestellt, dass im engeren Umfeld kaum bisexuelle existieren. Selbst Fabian sagt, er kennt so gut wie niemanden. Well, Hello Fabian, nice to meet you. My name is Lena and i am bisexual as well!

Wie geht Bi?

Fabian spricht vielen bisexuellen Personen aus der Seele als er berichtet, dass viele zu ihm sagen: „Wow, du bist bi? Super dann sind ja quasi alle 8 Mrd Menschen auf der Welt dein Beuteschema.“ Wenn es wirklich so simpel wäre, dann ist ja alles fein. Aber so ist das nunmal nicht. Bisexuell zu sein bringt eben auch viele Unsicherheiten mit sich, da man gerade in der Entwicklung seiner sexuellen Orientierung immer darüber nachdenkt, ob man nun in die Schublade Homo oder Hetero gehört. Zu sich zu stehen und zu sagen…ich gehöre in keine der beiden Kategorien, da ich einfach beides mag…ist nicht so einfach.

It’s just a phase?

Flo benennt dann das, womit bisexuelle sich sehr oft konfrontiert sehen. Viele entgegnen auf ein Outing damit, dass sie behaupten es sei nur eine Phase und irgendwann würde man schon wissen ob man homo- oder heterosexuell ist. Fabian zieht den Vergleich zu einem Pokemon. Er sei gut so wie er sei mit seiner sexuellen Orientierung. Es braucht keine Weiterentwicklung. Und genau das ist ein wichtiger Punkt. Bisexualität existiert und ist eine eigenständige sexuelle Orientierung. Patrick bringt eine Studie ein, die im Jahr 2020 durchgeführt wurde. Es wurde erforscht ob es Bisexualität überhaupt gibt…Ihr habt schon richtig gelesen. Es ist keine Studie von 1950. Ihr Schlüpper, stellt euch einfach vor euer Leben wäre die Kindershow 1,2 oder 3 und ihr steht nicht richtig…weil das Licht nie angeht. Schön ist das nicht oder?

Auf einer Skala von 1-6…Wo ist deine Schublade?

Auch die allseits bekannte Kinsey Skala ist Thema in der Folge. Hier geht es darum sich selbst einzuordnen und seine Sexualität zu bestimmen. 1 ist heterosexuell und 6 ist homosexuell. Fabian erzählt sehr treffend, dass man sich als bisexuelle Person nicht automatisch immer auf der 3 einordnen kann, da es nunmal variiert und es schwer ist in Prozent auszudrücken zu welchem Geschlecht man sich mehr hingezogen fühlt. Auch hier spricht der Kerl mir aus der Seele. Dass Fabian auf Dates schon behauptet hat, er sein homo oder hetero um Vorurteilen zu entgehen, kommt mit sehr bekannt vor. Es wird auch nichts beschönigt, als es um die Zugehörigkeit in der queeren Community geht. Oft fehlt die Akzeptanz der heterosexuellen, aber eben auch der homosexuellen Gesellschaft. Dies macht es schwer, Anschluss zu finden. Die Erfahrung musste auch Fabian schon machen. Naja, ob du richtig stehst…siehst du halt wenn das Licht angeht…oder eben auch nicht.

Herr Richter? Wie lautet das Vor:Urteil?

Besonders wichtig ist es, dass in der Folge auch Vorurteile behandelt werden, die uns beim Thema Bisexualiät begegnen. In Beziehungen wird oft die Treue in Frage gestellt. Wenn bisexuelle Personen in einer Beziehung sind, fehlt ihnen ja die Hälfte des sexuellen Begehrens oder? Aber in wesentlichen geht es ja darum, den Menschen zu lieben für das, was er ist, unabhängig vom Geschlecht. Was allerdings nicht angesprochen wurde ist, dass bisexuellen Menschen oft Promiskuität unterstellt wird. Macht Sinn…wenn man auf 8 Mrd Menschen steht…will man das auch ausleben. Das diese Vorurteile existieren, hängt vor allem damit zusammen, dass es bis heute kaum eine Sichtbarkeit gibt. Und ein grandioser Schritt zur Weiterentwicklung ist es doch, wenn ein kluger Mensch wie Fabian Grischkat in einem Podcast offen darüber redet und die Jungs von Stadt.Land.Schwul eine Plattform dafür bieten. Der nächste Schritt ist…das ihr euch das anhört.

Das Vermächtnis der Prinzen

Die 3. Staffel von Prince Charming ist längst auf RTLplus zu bewundern. Einen Artikel über die erste Folge habe ich ja schon veröffentlicht. Aber wie ging es weiter? Was habe ich gelernt? Was ist mir besonders ins Auge gestochen? Was ist meine Meinung zu den einzelnen Charakteren? Wurde heimlich geheiratet? Das alles erfahrt ihr im Artikel.

Move bitch! Get out the way bitch!

Datingshows sind dafür bekannt, dass ein gewisses Maß an Konkurrenzverhalten herrscht. Das Einzelne aus dem Cast bei jedem Date zynische Sprüche dropen und sich Gegenseitig gar nichts gönnen, habe ich in der Form bisher aber auch noch nicht gesehen. Thomas fragte sich bei jedem einzelnen Date warum derjenige auserwählt wurde und was er hätte tun können um ein Date zu bekommen. Den einen fand er zu jung. Den anderen zu dies und den anderen zu das. Gegönnt hat er es auf jedem Fall keinem. Am Ende wurde das natürlich alles als Spaß verkauft. Well Thomas…und meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad!

Drama Baby!

Streit und spitze Kommentare sind zwar unterhaltsam aber sie lassen an der Authentizität der Protagonisten zweifeln. Manfred musste sofort petzen dass Max und Bon gekuschelt haben und erhoffte sich dadurch einen Vorteil. Ein Massenstreit entfachte. Er entschuldigte sich. Für die Quote war es trotzdem sehr gut. Egal ob Take me out, First Dates oder Prince Charming. Manfred tingelt fröhlich durch alle Datingformate und sorgt durch schmutzige oder spitze Kommentare für Getuschel. Sehr unterhaltsam aber nicht real. Jan kann das noch besser. Kim meinte in der Wiedersehensshow für die Theater AG hat es nicht gereicht aber ich fand die Uraufführung von: „Eine Diva in drei Akten.“ durchaus gelungen. Beim ersten Date prickelte es angeblich in Jans Bauchnabel. Kaum war er unter den letzen fünf Teilnehmern, wendete sich blitzschnell das Blatt und er verließ mit den legendären Worten: „Du hast mein Herz gebrochen und ich will das deins auch bricht!“ freiwillig die Show. Böse Zungen behaupten es war eine Abmachung mit seinem damaligen Freund. Wahrscheinlich war es aber nur die Generalprobe für weitere schauspielerische Engagements. Da wünsche ich viel Glück.

Maurice der Hund

Maurice gewann das Herz von Kim und lebt bis heute glücklich an seiner Seite. Der Weg war allerdings steinig und voller Giftpfeile. Genau zwei grobe Schnitzer hatte er sich geleistet. Zum einen hat er sich immer bedeckt gehalten und wenig Kontakt zu den anderen Teilnehmern gesucht und zum anderen wagte er es dann auch noch, bei einem Gruppendate, hinter der Säule mit Kim zu knutschen. Wie kann man nur so gemein sein und sich nicht dem Mainstream anpassen? Ein Individualist? Das geht gar nicht findet Jan. Natürlich ist das Grund genug Maurice zu mobben und ihn als Hund zu bezeichnen. Ich kenne zwar Kindergartenkinder, die damit besser umgehen können aber auch diese Begebenheit war Goldwert für die Einschaltquoten.

Glanz und Gloria

Einige Teilnehmer schafften es trotz allem für schöne und herzliche Momente zu sorgen. Der Preis für die besten Sprüche und die liebevollste Cruella De Vil geht definitiv an Kevin. Mein liebster Spruch von ihm war: „Max sah aus wie eine billige Stallnutte. Wie eine nuttige Kuhtrainerin.“ Wie er es so aussprach merkte man gleich, es war derb aber kam vom Herzen. Max trug mit vielen Aussagen und Erzählungen zur Aufklärung bei. Unter anderem beschrieb er, wie es sich anfühlt dem Trend der makellosen Schönheit, in der Community, ertragen zu müssen und sorgte für Zusammenhalt in der Gruppe. Dramatische Situationen regelte er meistens mit Diplomatie. Zusammen mit Robin klärte Max über schwulen Sex auf und benannte hier auch die gängigsten Vorurteile. Zu guter letzt muss Bon erwähnt werden, der in der White Night mit der Botschaft an sein früheres ich: „Hör auf dir zu wüschen, dass du nicht mehr am leben bist.“ für viele Tränen sorgte und gleichzeitig ein ganz wichtiges gesellschaftliches Thema in den Fokus rückte.

Was am Ende übrig bleibt

Die dritte Staffel ist die erste, in der sich gleich zwei Paare bildeten. Einmal Kim und Maurice und nach der Show kamen sich auch Max und Bon näher. Folglich ist die Liebe etwas, dass über die Show hinaus existiert. Einen faden Beigeschmack hinterlassen allerdings das Drama und die Sticheleien. Ich werde den Gedanken nicht los, dass manche Teilnehmer dachten, sie sein in einer Gameshow gelandet und Kim war das überdimensionale Kuscheltier, welches man gewinnen konnte. Durch Spoiler und Sticheleien in den sozialen Netzwerken, wurde dem Publikum das Mitfiebern deutlich erschwert. Die schönen Momente haben Wiederrum für ein Wir-Gefühl in der Community gesorgt. Für mich persönlich bräuchte es keine 4. Staffel aber für die Community vielleicht schon?

Ja, ich will

Nach der Show verdichteten sich für mich die Hinweise, dass Kim und Maurice heimlich geheiratet haben. Da wären Indizien wie gemeinsame Ringe und ein Hochzeitsstrauß in einem Instagramvideo. Vielleicht habe ich Recht oder ich bin paranoid? Sagt mir dazu gerne eure Meinung! Falls das Prinzenpaar dies liest und mir ein exklusives Interview zu diesem Thema geben möchte: Bitte meldet euch!

Princess Charming im Focus

Gestern liefen die ersten beiden Folgen von Princess Charming auf Vox. Das Online Magazin der Zeitschrift Focus nahm dies zum Anlass einen vernichtenden Artikel zu schreiben in dem spürbar Frauenfeindlichkeit und queerphobe Tendenzen enthalten sind. Wer hat das eigentliche geschrieben? Was wurde geschrieben? Warum macht mich das fassungslos und wütend? Das alles erfahrt ihr hier.

Frauen sind nicht die besseren Menschen!?

Die Autorin schreibt den Artikel offensichtlich, um ihren Unmut über das Gerücht: „Frauen seien die besseren Menschen“ auszudrücken. Ungeachtet dem Fakt, dass nicht nur Frauen, sondern auch nonbinäre Personen an der Show teilgenommen haben, geht die Hetze los. Ist auch einfacher vernichtende Kritiken zu schreiben, wenn man nicht auf so einen Kram wie geschlechtliche Identitäten achten muss oder? Also werden die angeblich 20 Frauen als kreischende Meute bezeichnet, bei denen man den Fernseher leiser stellen muss. Die körperliche Auseinandersetzung, welche korrekterweise nicht gezeigt wurde, wird als Anlass genommen zu propagieren, dass Frauen ja schon genug Gleichberechtigung erreicht hätten. Und dann werden noch einzelne Kandidat*innen auseinander genommen um zu zeigen, wie schlecht Frauen eigentlich sind.

Wiki und die Achselhaare

Unangepasste Weiblichkeit kann die Autorin gar nicht leiden. Deswegen wird zunächst ein schlechter Witz über Wikis Achselhaare gemacht. Und die Frage nach dem Desinfektionsmittel kann die Autorin auch nicht verstehen. Weibliche Wesen haben in der griechischen Sonne nicht zu schwitzen und zu riechen. Eine kleine Wikipedia-Anekdote rettet die Situation auch nicht. Obwohl die Assoziation klar sein dürfte, wenn man annimmt die Autorin nutzt dieses Portal für Recherchezwecke. Das suggeriert zumindest die Aufmachung des Artikels. Kati passt ja auch gut nach Russland, wenn sie raucht und säuft. Aber bitte nicht hier im beschaulichen Deutschland. Sonja und Ulle sind nach Angaben der Autorin schlichtweg einfach nicht hübsch genug fürs Fernsehen. Aber da ist ja noch nicht Schluss. Sonjas Unsicherheiten und die damit verbundenen Verhaltensweisen, werden von der Hobbypsychologin als „auffällig“ eingestuft. Menschen und insbesondere Frauen haben sich dementsprechend nicht daneben zu verhalten. Die Fehlertoleranz ist bei Null Komma Null.

Die Queerinvasion

Als wäre das nicht genug, wird den Leser*innen noch kurz vermittelt, Elsas Aussage: „Ich möchte heteronormative Denkweisen auflösen.“ wäre ein Appell, dass die Welt lesbisch werden solle. Kommt es bei den Konsument*innen etwa gut an zu suggerieren, dass Queerness sich wie ein Virus auf die Bevölkerung ausbreitet, nur weil sie endlich mal öffentlich im Fernsehen statt findet? So etwas schreibt doch keiner aus reinem Menschenverstand heraus. Höchstens für die Klicks. Und generell ist, laut Autorin, die Show ja auch nur da um einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Nicht etwa um Sichtbarkeit zu schaffen. Das hat ja in der angepassten heteronormativen Welt keinen Platz. Wer will schon weiblich gelesenen Personen beim Dating zugucken? Das gab es doch in den 50gern auch nicht.

Wer ist die denn?

Die Autorin des Artikels heißt Carin Pawlak. Auf Instagram ist sie leicht zu finden. Laut ihrem Profil schaut die gerne „Two and a half men“. Damit dürfte zu vermuten sein, was ihr Bild auf Frauen geprägt hat. Viel mehr wissen wir über Carin nicht. Da können nur Hypothesen über das zu Stande kommen eines solchen Artikels gebildet werden. Ich vermute eine innere Abneigung gegen die eigene gelebte geschlechtliche Identität und eine gehörige Portion Unbehagen bei Konfrontationen mit nicht-heteronormativen Lebensweisen. Aber aus der Perspektive spiele nun ich die Hobbypsychologin. An der Stelle: Liebe Carin, melde dich gerne jeder Zeit für ein Interview bei mir, falls du das Bedürfnis hast etwas klar zu stellen oder Stellung zum Artikel beziehen willst!

Gefühle und anderer Frauenkram

Beim lesen des Artikels überkommt mich eine unglaubliche Ratlosigkeit. Zum 1000. Mal werden queere Menschen durch die Brille von jemandem beurteilt, der sich offensichtlich nicht auskennt und latente Abneigungen erahnen lässt. Viele Personen haben hart daran gearbeitet einen Meilenstein zu setzen, damit eine Carin kommt und das Ganze in der Luft zerreißt? Menschen aus allen Ländern feierten bereits das Format und lechzten nach Untertiteln in sämtlichen Sprachen weil es gar so schlecht ist? Die Staffel hat den deutschen Fernsehpreis gewonnen weil das alles zu laut, bunt und schrill war? Ich verstehe die Denkweise der Autorin nicht. Das erfüllt mich wiederum mit Stolz. Um mit einem Zitat der heteronormativen Fussballwelt abzuschließen: Was erlaube Focus?!

#NoDragAndUs

Meine Schätzchen Sergej und Marcus vom Podcast Kunst oder Kotze haben mich auf die Serie „the Drag and us“ aufmerksam gemacht, die aktuell in der ZDF Mediathek zu finden ist. Was passiert eigentlich wenn die Macherin von Prinzessin Lillifee denkt, sie hätte eine Ahnung von queeren Formaten? Was hat es mit der Zitronenmouse und den Schaumküssen auf sich? Ist Hausmeister Krause zurück? Darum kümmern wir uns jetzt.

Back in the 90ies

Bei näher Recherche stellt sich heraus, das Format ist tatsächlich von der gleichen Produzentin, dessen Produktionsfirma auch für Haumeister Krause verantwortlich ist. Das merkt man in den ersten 3 Sekunden. Denn es hagelt direkt unangebrachte Witze am laufenden Band. Dazu ein paar eingespielte und gar deplatzierte Lacher. Well, das war noch in den 90gern unserer Stil. Aber es ist nunmal 2021. Der Produzentin scheint dies nicht aufzufallen, da sie wie bei Prinzessin Lillifee alles wie eh und je und Förmchen presst. Wenn man auf eine Produktion setzt die Schubladen auf und zu macht wird man auch hier sicher nicht enttäuscht.

Handlungsstränge aus der Bully Hitparade für Arme

Grob geht es in der Serie um eine Dragqueen die in das Leben einer Familie tritt. Diese besteht aus einer alleinerziehenden Mutter und zwei Söhnen im Teenageralter. Der ältere Sohn braucht Geld für eine Reise mit seiner Angebeteten. Deshalb vermietet er kurzer Hand sein Zimmer unter, ohne die Mutter zu informieren. So steht auf einmal die Dragqueen Catherine vor der Tür. Nach anfänglicher Ablehnung gegen das Anderssein entschließt sich die Mutter Catherine doch nicht raus zu werfen, da es augenscheinlich eine wunderbare Bestrafung für den Teenagerlümmel ist, dass eine Dragqueen in seinem Zimmer wohnt. Alleine bei der Handlung setzte schon mein erster Würgreflex ein.

Fettnäpfchen plus Fettnäpfchen bleibt Klischeesauce

In dem Format hat man beschlossen kein Fettnäpfchen oder Klischee auszulassen. Es sieht eher so aus, als hätte man nochmal Anlauf genommen. Der 17 Jährige Junge kommt dann auch befriedigt aus dem Urlaub zurück. Denn er weiß: „Jungfrauen sind wie Fliesen. Wenn du sie das erste mal richtig hinlegst kannst du immer wieder drüber gehen.“ Als er die Dragqueen zum ersten mal sieht bezeichnet er sie als „der die das“ und „Transe“. Der 12 Jährige Bruder findet das alles super cool und ist damit beschäftigt das ganze zu filmen um Klicks zu generieren. Als wäre das nicht schlimm genug geht es dann darum, dass einer der Jungs lieber ein Hund oder eine Katze anstatt einer „Transe“ hätte. An Momenten mit Fremdschamfaktor wird hier wahrlich nicht gespart. Auch als Pädagogin ist es schwer mit an zu sehen, was die Kinderrollen da spielen müssen. Zwischendrin werden ein paar Lacher, Zitronenmouse und Schaumküsse gereicht. Dann wird Catherine von der Mutter angeblafft und eingesperrt wenn Besuch vom Chef kommt. Es wird lustig zu „I´ll survive“ und „it´s raining men“ getanzt. Denn das machen homosexuelle Männer den ganzen Tag oder nicht? Und stilecht wird der Kaffee nur in der Einhorntasse serviert.

Die Mauer muss weg

Letztendlich ist die Serie höchst problematisch zu sehen. Da kann nicht mehr von Geschmack geredet werden wenn Transphobie, Homophopie und Frauenfeindlichkeit für Lacher sorgen sollen. Ich kann mich der Aufforderung von Sergej und Marcus nur anschließen: diese gruselige Werk muss aus der Mediathek in der Versenkung verschwinden. Mit dem Hashtag #nodragandus, den die Jungs von Kunst oder Kotze ins Leben gerufen haben könnt ihr euch mit uns dafür stark machen. Abschließend bleibt mit nur zu sagen: Ich habe nun Lust auf Zitronenmouse und Schaumküsse! Der Rest war definitiv Kotze!!!

Das Vermächtnis der Prinzessinnen

Nun ist das Finale von Princess Charming schon einige Wochen her. Ich nehme das Ganze mal genauer unter die Lupe. Beim Auszug war noch jede Menge Obst und Gemüse übrig. War das alles? Was ist noch anhaltend im Gedächtnis geblieben? Was habe ich eventuell daraus gelernt? Es wird Zeit ein Resümee zu ziehen.

Das erste Datingformat das Liebe unter Frauen zeigt

Der einfache Fakt, dass Princess Charming weltweit die erste Datingshow war, die überhaupt die Liebe unter Frauen zeigt, ist natürlich nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Zum einen wurde Geschichte geschrieben und zum anderen wurde damit eine längst schon überfällige Normalität im deutschen Fernsehen etabliert. Dies äußerte sich vor allem darin, dass Princess Charming weltweit geschaut wurde und die ProtagonistInnen global Zuschriften und Zuspruch erhielten. Es dauerte nicht lange bis sich Menschen die Mühe machten, englische Untertitel in die Folgen einzufügen. Fans aus aller Welt fieberten mit und sahen zu, wie Irina die Liebe suchte.

Who am I?

Wir hatten ja früher nichts… Ein Satz der oft gesagt wird. Eben besonders unter queeren Frauen. Außer in der Serie the L-World hatte man bislang keine Identifikationsfiguren. Gut, man könnte jetzt Hella von Sinnen auch dazu zählen. Aber das war alles was man hatte. Mit dem Beginn der Ausstrahlung wurde schon deutlich, dass es eben nicht nur um Dating in der Frauenliebe ging, sondern der Cast so divers war, dass man sich auf alle Fälle mit den TeilnehmerInnen identifizieren konnte. Neben der Repräsentation von bisexuellen und non-binären Charakteren, konnte man auch endlich live dabei zusehen, was Frauen bewegt die andere Frauen Daten. Und als man so Folge für Folge dahin schmolz, dachte man sich auch oft „same“. Egal ob Lou davon berichtete oft fälschlicherweise als heterosexuell gelesen zu werden oder ob es darum ging, ob sich man sich als queere Frau überhaupt irgendwo repräsentiert fühlt…man erkannte die ähnlichen Gedankenstränge und fühlte sich dem Cast unglaublich nah.

Wissen mach AAAHHHH!

Bevor diese Sendung ausgestrahlt wurde, fragte man sich, ob Frauen im gesellschaftlichen Kontext überhaupt eine Sexualität besitzen. Hinter verschlossen Türen war es klar. Aber die durchaus charmante Bine erklärte und dann auch in aller Öffentlichkeit, wie der weibliche Körper und der Orgasmus funktionieren. Das Ganze erfolgte an einem Cupcake in Vulvenform als sei es das normalste von der Welt. Ein wirklich brillianter und denkwürdiger Moment. Neben der sexuellen Aufklärung erfuhr man Dank Gea aber auch, was non-binär sein bedeutet. Auch für Diskussionen über Transphobie war Platz. Ein Zwischenfall in dem Kati Irina vor allen anderen küsste, brachte das Thema Konsens und Einverständnis bei intimen Handlungen auf den Tisch. Hier wurden Aspekte angesprochen, die sonst auch gerne mal zu kurz kommen. Die eigentliche Message der ganzen Staffel brachte aber Tabea auf den Punkt indem sie liebevoll in die Kamera blickte, mit dem Finger in die Kamera zeigte und sagte: Du bist gut so wie bist!

Verknalltheit und andere Wirrungen

Ich vermute jetzt mal, dass es keine queere Frau gab, die die Show gesehen hat und sich nicht gewünscht hat, eine der ProtagonisInnen zu Daten. Bei mir war das ganz klar Miri. Ihre liebevolle Art den anderen gegenüber und ihre verlegene aber gleichzeitig verschmitzte Aura brachten mich um den Verstand. Spätestens als sie Irina zu sich heranzog und sich traute sie zu küssen, begann mein vaskuläres Pochen. Generell war für jeden Geschmack etwas dabei. Auch Katis Grübchen und die strahlend blauen Augen sollten da nicht unerwähnt bleiben. Keine zuvor vereinbarte das Zusammenspiel von Authentizität und Anmut so gut wie Irina. Auch hier flogen ein paar Herzchenaugen.

Was am Ende übrig bleibt

Leider hat es am Ende nicht mit der großen Liebe funktioniert. Dennoch sind Freundschaften entstanden, die über das Format hinaus existieren. Mit viel Sexapeal, Witz und Charme wurde den ZuschauerInnen das Gefühl vermittelt, Teil eines geschichtsträchtigen Momentes zu sein. Man selbst bekam suggeriert, sich nicht mehr verstecken zu müssen, sondern so sein zu können wie man ist. Am Ende kann ich nur alle queeren Frauen, die mit dem Gedanken spielen sich für die zweite Staffel zu bewerben, ermutigen dies zu tun und das überaus bahnbrechende Vermächtnis der VorgängerInnen fortzuführen. Denn ALLE sind gut, so wie sie sind! Und das Obst und Gemüse haben vermutlich die Jungs von Prince Charming 3 längst verputzt.

Adieu ihr Podcasthuren!

Meine liebsten Podcasthuren von Schwanz und Ehrlich verabschiedeten sich vergangenen Sonntag mit einem lauten Knall und einem fulminanten Livestream. Die beste Gelegenheit, die Zeit Revue passieren zu lassen. Wer sind diese liebenswerten Chaoten eigentlich? Was wollten die uns eigentlich mitteilen? Und warum machen die eigentlich Schluss mit uns? Das alles erfahrt ihr hier.

Mirko, der Bändiger des chaotischen Trios

Mirko war die letzen drei Jahre der Hüter der Podcasthuren. Egal ob es die Technik oder ein flapsiger Spruch von Micha und Lars war, er hat aufgeräumt. Auch viele Vorteile, die den dreien aus der queeren Community begegneten, fegte er beiseite. Er entwickelte sich vom schüchternen Mann zur Person, die Sexposititivität und Bodypositivität propagierte. Generell hatte er immer eine Botschaft an die queere Welt. Mir persönlich hat diese Art einen gewaltigen Crush beschert. Bei ihm ist das Wort „liebenswert“ nicht nur eine Redewendung, sondern Programm. Sorry…not Sorry!

Lars, die Hure mit Herz

Mit wie vielen Männern Lars geschlafen hat ist umstritten. Man munkelt, dass es viele waren. In einem Podcast über schwulen Sex, war seine Expertise demnach unerlässlich und dringend notwendig. Hinzu kam, dass er nie ein Blatt vor den Mund nahm und Menschen auf die Missstände hinwies anstatt Intoleranz als gegebenes gesellschaftliches Phänomen hinzunehmen. Über den Sexperten hinaus, entwickelte Lars sich zum Botschafter für seelische Gesundheit. Die Facetten des Feuerkessels sind vergleichbar mit der Unendlichkeit des Weltalls. Über die Einfältigkeit der Gesellschaft hinaus und noch viel viel weiter. Mittlerweile muss auch er sich mindestens zwei Tage auskurieren, wenn er mal einen über den Durst getrunken hat. Da kann ich nur sagen: Welcome to the Club!

Micha, der eitle Pfau und Liebesbotschafter

Spieglein Spieglein an der Wand? Wer ist der schöne schwule Mann im Land? Natürlich Micha! Gerüchten zur Folge wissen das zumindest alle Männer in seinem Fitnessstudio. Er schaffte es, seine eigene Eitelkeit und Bodypositivität nebeneinander stehen zu lassen. Zusätzlich stellte er immer wieder unter Beweis, dass man so viel Sex haben kann wie man will, ohne das der Zugang zu den eigenen Gefühlen verloren geht. Auch hier wurde der Kampf gegen die Einfältigkeit der Gesellschaft erfolgreich aufgegriffen. Sein Spass am Sex bescherte ihm einen Onlyfansaccount. Bei allem Spaß, kam die Liebe aber nicht zu kurz. Gegenwertig versüßt Micha, zusammen mit seinem Ehemann Tim, das Leben anderer, in Form von Kochcontent auf Instagram. Gegensätze, die nebeneinander Bestand haben und zeigen, dass jede Geschichte mindestens vier Seiten hat. Für die kommenden Rezepte mit Ejakulat empfehle ich ein gehörige Portion Liebe und Ananas!

Auf die Liebe

Die Message von Schwanz und Ehrlich ist ohne Zweifel eine Frage der Interpretation. Da die drei sich selbst als Podcast über schwulen Sex definierten, ging es viel um die eigenen Erfahrungen in diesem Bereich. Durch die offene Art wurde aber auch ein Zusammenhalt der queeren Community geschaffen. Die Jungs teilten nicht nur ihre Sexgeschichten mit den ZuhörerInnen, sondern auch private Erlebnisse bezüglich des Lebens und der Liebe. Die Thematiken wurden nicht nur auf schwule Männer per Se bezogen, sondern schlossen alle sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten mit ein. Wer bei der Aufklärung zum Thema LGBTQIA* nach dem erhobenen Zeigefinger suchte, hatte keinen Erfolg. Wichtige Inhalte wurden immer mit Humor und Herz vermittelt. Meine Lieblingsfolge „Slutshaming“ zeigt besonders gut, worum es den Herren ging. Nämlich den Menschen da draußen zu vermitteln: Du bist gut, so wie du bist! Für deinen Spaß am Sex brauchst Du dich vor Niemandem zu rechtfertigen!

Schüss

Vor Monaten haben die drei beschlossen, VORERST mit Schwanz und Ehrlich aufzuhören. Die Geschichten über schwulen Sex sind aus Sicht der Protagonisten zu Ende erzählt. Was Mirko, Lars und Micha noch so bewegt, kann in ihrem neuen Podcast „Kronjuwelen“ verfolgt werden. In der letzen regulären Folge „3 Stunden Orgasmus“ wird klar, dass die Reise durch die letzen drei Jahre die Männer verändert hat. Von der „Duden ist schwul“ Kampagne über den „Riot of Love“ bis hin zu „Varianz und Tanz“ haben die Jungs eine Reichweite gewonnen und diese im Namen der Community genutzt. Wer nicht glaubt, dass hinter einem Podcast soviel Bewegung stecken kann, der sollte sich die Folgen noch einmal anhören. Persönlich verbinde ich viel damit, sei es mein eigenes Coming-Out oder mein Bezug zur Community. Deswegen bleibt am Ende nur ein Zitat, welches nicht nur für die ZuhörerInnen, sondern auch für die Jungs von Schwanz und Ehrlich gilt: Alles Liebe!!! Auch privat!!

Prince Charming Episode 1 Season 3

Die Reise des Gay Bachelor geht in die dritte Runde. Wie ist Kim so? Wie sind die Kandidaten? Wie lautet die Erste Entscheidung in der Nacht der Krawatten? Wo ist das ganze Obst und Gemüse hin, dass von Princess Charming überblieb? Die erste Folge war intensiv und lang ersehnt. Was passierte erfahrt ihr im Artikel. 

Wer ist Kim?

Der Prince Charming kommt dieses Jahr tatsächlich auf dem Pferd angeritten. Zumindest im Vorstellungsvideo. Groß, blond und athletisch. Bei der wunderschönen Haarpracht drängt sich mir gleich die Frage auf, ob er einen bestimmtes Föhnsystem benutzt, dessen Namen ich hier nicht nennen möchte.Der Traum eines jeden Mannes. Doch er überzeugt tatsächlich auch durch Mimik, Gestik und Aussagen. Aus der Automobilbranche in die Show und hoffentlich auch ins echte Liebesglück. Es wäre ihm zu gönnen. Durch Aussagen wie: „Ich hoffe am Ende ist einer von euch meine große Liebe.“ schleicht er sich in mein Herz. Schleichen ist ein grandioses Stichwort, denn er wird zunächst als Kandidat in die Villa geschmuggelt. Vom offensiven und flirtiven Manfred lässt er sich gemächlich die Villa zeigen und punktet weiterhin mit Lockerheit. „Ja schön lebst du.“ entgegnet er schlicht, einfach und humorvoll nach der Inbeschlagnahme. Auch andere Kandidaten sind sofort verzückt und fragen sich, wie sie sich bei einem Teilnehmer wie Kim auf den Prince konzentrieren sollen. Der Teilnehmer Jan gibt ihm Interview zu, ein Auge auf Kim geworfen zu haben. Als er sich als der amtierende Prince outet, tanzt ein Großteil der Teilnehmer innerlich Lambada. 

Eine kleine Auswahl des Who is Who? 

Den Anfang macht Max, der sich zur Beruhigung erstmal ein Sekt einschenkt und mich auch prompt an meine Lieblingsmoderatöse aus der PTO-Schmiede (Alvin Phillips erinnert). Ob die beiden heimliche Brüder sind? Wir werden es nie erfahren. Jan fällt durch seine überragende Wahl des Nagelacks und sein strahlendes Lächeln auf. Manfred kommt angeblich aus Norddeutschland. Aber Jan stellt fest, dass Hamburg noch nicht Norddeutschland ist. Darüber hinaus hat er sich innovative Flirtsprüche wie „Hey du süße Maus.“ zurecht gelegt. Bon sticht nicht nur durch seine Message, sondern auch durch Nacktheit heraus. Als homosexueller Münchner mit thailändischen Wurzeln berichtet er von diskriminierenden Erfahrungen. Aufgrund dieser prägenden Zeit steht er zu sich und springt erstmal nackt ins Gewässer. Patrick kommt mit brauner langen Mähne und österreichischem Dialekt in die Villa. Er träumt von Aladdin auf dem fliegenden Teppich. Das stellt er im Vorstellungsvideo klar. Markus, der Friseur, will an der Hand eines Mannes erkennen, was dieser in der Hose hat. Arne ist der älteste mit 39 Jahren (Während den Aufzeichnungen). Er und Kim zwinkern sich gleich mal zu und signalisieren eine Vertrautheit, da sie sich flüchtig kennen. So unterschiedlich meine Beschreibungen über die Männer desto diverser der Cast. Das lässt darauf hoffen, dass für Unterhaltung und Drama gesorgt ist. 

Die Buttchecklist, Bugetlist oder Bucketlist?

Nachdem die Teilnehmer sich beschnuppern konnten, flattert ein Brief ins Haus. Manfred mimt den Vorleser. Ich höre deutlich, wie er Buttchecklist sagt, aber er sagt wohl Bugetlist. Im Grunde sollen die Teilnehmer aber jeweils einen Wunsch nennen, der auf ihrer Bucketlist steht. Hier offenbart Kim nicht nur, dass er gerne auf Bali leben würde, sondern auch dass er der Prince ist. Die anderen zeigen sichtliche Begeisterung und Kim joggt aus dem Bild wie ein Gameshowkandidat aus den 90gern. Manfred brüllt anschließend vor lauter Begeisterung sogar den Interviewraum zusammen. Wie schon erwähnt, ist es ein innerliches Lambada tanzen.

Happy Hour und Krawattenvergabe in der Kurzversion

Kim versucht in der Happy Hour so viel wie möglich über die Kandidaten zuerfahren. Max trifft eine passende Situationsbeschreibung mit den Worten: „Die Schlange ist größer als beim Schlussverkauf im Supermarkt.“ Patrick offenbart Kim, dass er lieber gehen möchte, da blond nicht sein Typ sei. Ja, ein Aladdin ist Kim wahrlich nicht. Am Ende bekommt Patrick tatsächlich keine Krawatte und auch Markus muss leider schon wieder gehen. Das Obst und Gemüse aus Princess Charming scheint verschollen und die Reise in Glück kann erneut starten. Im Ganzen ein unterhaltsamer und herzerwärmender Auftakt der Lust auf weitere Folgen macht. 

„Are you the one?“

Was ist eigentlich Pansexuell? Machen da alle miteinander rum? Die amerikanische Ausgabe von „Are you the one“ brachte eine Staffel mit pansexuellen Menschen heraus. Warum es um Queerness und Liebe geht, obwohl der Boom Boom Room überlastet wird, erfahrt im Artikel.

Hat Pansexualität etwas mit dem englischen Begriff für Pfanne zu tun?

Menschen können Menschen lieben, egal welches Geschlecht sie haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob jene PersonnFrau, Mann, Non-binär, Intersexuell oder Transident ist. Es wird keine Vorauswahl nach Geschlecht getroffen. Die Pfanne benutzen auch wir ausschließlich um zu kochen. Aber was passiert, wenn pansexuelle Singles eine Datingshow aufmischen?

„Are you the one“oder auch “Match me if you can”

Das Prinzip der Datingshow ist schnell erklärt. In diesem Fall werden 16 Singles in eine Villa gesteckt. Jeder hat ein perfektes Match, welches durch diverse Testverfahren gefunden wurde. Am Ende müssen alle ihr Match identifizieren. Bedeutet für eine Staffel mit pansexuellen Teilnehmer:innen : Jede/r kann das perfekte Match sein. Rein theoretisch gibt es 240 mögliche Kombinationen. Da kann es schon einmal konfus werden. 

Kai bringt den Boom Boom Room zum Kochen und Dionne Slay weiß was Liebe ist.

Kai erwärmt im Laufe der Staffel zumindest mein Herz. Kai ist non-binär. Er nimmt Hormone und hat eine Angleichung an das männliche Geschlecht vornehmen lassen. Im Laufe der Staffel landet er mit vielen Teilnehmer:innen im Boom Boom Room (der Raum für Sex) und fliegt wie eine Biene von Blüte zu Blüte um sie zu bestäuben. Am Ende wendet sich das Blatt, als er sein perfektes Match Danny findet und er überglücklich ist, da er nun weiß, wo er hingehört. Auch Basit (nonbinär und Dragqueen „Dionne Slay“) zeigt uns, dass man die Liebe trotz aller Widersprüche finden kann.

Basit ist von der ersten Minute an davon überzeugt, dass Jonathan das perfekte Match ist. Mit einer Inbrunst kämpft Basit für die Liebe und wird zunächst abgelehnt, da Jonathan es nicht so bunt und schrill mag. Am Ende blüht jedoch die Liebe auf und das perfekte Match ist gefunden. Aber worum geht es denn nun eigentlich? 

Kai der Aufreißer mit Herz und Basit als Beispiel für Selbstwert und Selbstfindung

Gerade Kai und Basit sind ausdrucksstarke Charaktere. Wir wissen, dass Kai für viele Irrungen und Wirrungen sorgte, aber was macht ihn eigentlich so interessant? Im Verlauf der Staffel spricht er immer wieder offen über die Geschichte seiner Transition. Sein Werdegang ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. Er beschreibt in Interviews immer wieder sehr deutlich, dass er sich fühlt, als sei er mitten in der Pubertät. Deswegen kann er nicht einordnen, wer zu ihm passt und was er an anderen Personen anziehend findet. Als Danny aufgrund von Algorithmen herausfindet, dass die beiden ein Match sind, lässt er sich komplett fallen und ist angekommen. Wo er zuvor mit verschiedenen Menschen Sex hatte und nicht wusste warum, ist nun eine innere Zufriedenheit zu spüren.

Basit möchte sich nicht in eine Rolle zwängen. Die bunten und glitzernden Outfits sind Expression von innerer Zufriedenheit. In Interviews wird oft beschrieben, wie hart der Weg zur Selbstfindung war. Gerade durch die anfängliche Ablehnung von Jonathan kommen die alten Gefühle wieder hoch und die Verletzlichkeit wird sichtbar. Um den anderen Teilnehmer:innen ein Stück Selbstfindung zu ermöglichen, inszeniert Basit einen queeren Abschlussball. So ergibt sich eine Offenbarung der Teilnehmer:innen und es wird erzählt, wie die Jugend als queerer Mensch mit allen Höhen und Tiefen war. 

Bunt, schrill und voller Queerness für mehr Sichtbarkeit

Natürlich knutschen fast alle miteinander rum und landen sogar im Boom Boom Room. Als Wow Moment findet sogar eines Nachts ein 5er statt. Und auf der „Under the sea“ Party kommt es zum Eifersuchtsdrama zwischen Jasmin und Nour samt Handgreiflichkeiten. Natürlich wegen Kai. Nour bringt die Herausforderung auf dem Punkt als sie sagt: „I´m lost in the woods without a map.“ Also ist es nicht verwunderlich, dass im Verlauf der Staffel wenig Matches gefunden werden. Erst als Danny mit Taktik und Herz die Führung bei der Matchsuche übernimmt, wendet sich das Blatt. Trotz vieler Unsicherheiten, sind alle auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit. Die Staffel zeigt, dass nichts so ist wie es auf den ersten Blick scheint und auch auf eine Pfanne immer ein perfekter Deckel passt. Jeder, der hinter die Fassade schauen möchte, sollte sich die Staffel ansehen und das bunte Treiben genießen. Es wird sexy und herzerwärmend. Also legt Taschentücher bereit.