Meine Schätzchen Sergej und Marcus vom Podcast Kunst oder Kotze haben mich auf die Serie „the Drag and us“ aufmerksam gemacht, die aktuell in der ZDF Mediathek zu finden ist. Was passiert eigentlich wenn die Macherin von Prinzessin Lillifee denkt, sie hätte eine Ahnung von queeren Formaten? Was hat es mit der Zitronenmouse und den Schaumküssen auf sich? Ist Hausmeister Krause zurück? Darum kümmern wir uns jetzt.
Back in the 90ies
Bei näher Recherche stellt sich heraus, das Format ist tatsächlich von der gleichen Produzentin, dessen Produktionsfirma auch für Haumeister Krause verantwortlich ist. Das merkt man in den ersten 3 Sekunden. Denn es hagelt direkt unangebrachte Witze am laufenden Band. Dazu ein paar eingespielte und gar deplatzierte Lacher. Well, das war noch in den 90gern unserer Stil. Aber es ist nunmal 2021. Der Produzentin scheint dies nicht aufzufallen, da sie wie bei Prinzessin Lillifee alles wie eh und je und Förmchen presst. Wenn man auf eine Produktion setzt die Schubladen auf und zu macht wird man auch hier sicher nicht enttäuscht.
Handlungsstränge aus der Bully Hitparade für Arme
Grob geht es in der Serie um eine Dragqueen die in das Leben einer Familie tritt. Diese besteht aus einer alleinerziehenden Mutter und zwei Söhnen im Teenageralter. Der ältere Sohn braucht Geld für eine Reise mit seiner Angebeteten. Deshalb vermietet er kurzer Hand sein Zimmer unter, ohne die Mutter zu informieren. So steht auf einmal die Dragqueen Catherine vor der Tür. Nach anfänglicher Ablehnung gegen das Anderssein entschließt sich die Mutter Catherine doch nicht raus zu werfen, da es augenscheinlich eine wunderbare Bestrafung für den Teenagerlümmel ist, dass eine Dragqueen in seinem Zimmer wohnt. Alleine bei der Handlung setzte schon mein erster Würgreflex ein.
Fettnäpfchen plus Fettnäpfchen bleibt Klischeesauce
In dem Format hat man beschlossen kein Fettnäpfchen oder Klischee auszulassen. Es sieht eher so aus, als hätte man nochmal Anlauf genommen. Der 17 Jährige Junge kommt dann auch befriedigt aus dem Urlaub zurück. Denn er weiß: „Jungfrauen sind wie Fliesen. Wenn du sie das erste mal richtig hinlegst kannst du immer wieder drüber gehen.“ Als er die Dragqueen zum ersten mal sieht bezeichnet er sie als „der die das“ und „Transe“. Der 12 Jährige Bruder findet das alles super cool und ist damit beschäftigt das ganze zu filmen um Klicks zu generieren. Als wäre das nicht schlimm genug geht es dann darum, dass einer der Jungs lieber ein Hund oder eine Katze anstatt einer „Transe“ hätte. An Momenten mit Fremdschamfaktor wird hier wahrlich nicht gespart. Auch als Pädagogin ist es schwer mit an zu sehen, was die Kinderrollen da spielen müssen. Zwischendrin werden ein paar Lacher, Zitronenmouse und Schaumküsse gereicht. Dann wird Catherine von der Mutter angeblafft und eingesperrt wenn Besuch vom Chef kommt. Es wird lustig zu „I´ll survive“ und „it´s raining men“ getanzt. Denn das machen homosexuelle Männer den ganzen Tag oder nicht? Und stilecht wird der Kaffee nur in der Einhorntasse serviert.
Die Mauer muss weg
Letztendlich ist die Serie höchst problematisch zu sehen. Da kann nicht mehr von Geschmack geredet werden wenn Transphobie, Homophopie und Frauenfeindlichkeit für Lacher sorgen sollen. Ich kann mich der Aufforderung von Sergej und Marcus nur anschließen: diese gruselige Werk muss aus der Mediathek in der Versenkung verschwinden. Mit dem Hashtag #nodragandus, den die Jungs von Kunst oder Kotze ins Leben gerufen haben könnt ihr euch mit uns dafür stark machen. Abschließend bleibt mit nur zu sagen: Ich habe nun Lust auf Zitronenmouse und Schaumküsse! Der Rest war definitiv Kotze!!!
