Meine liebsten Podcasthuren von Schwanz und Ehrlich verabschiedeten sich vergangenen Sonntag mit einem lauten Knall und einem fulminanten Livestream. Die beste Gelegenheit, die Zeit Revue passieren zu lassen. Wer sind diese liebenswerten Chaoten eigentlich? Was wollten die uns eigentlich mitteilen? Und warum machen die eigentlich Schluss mit uns? Das alles erfahrt ihr hier.
Mirko, der Bändiger des chaotischen Trios
Mirko war die letzen drei Jahre der Hüter der Podcasthuren. Egal ob es die Technik oder ein flapsiger Spruch von Micha und Lars war, er hat aufgeräumt. Auch viele Vorteile, die den dreien aus der queeren Community begegneten, fegte er beiseite. Er entwickelte sich vom schüchternen Mann zur Person, die Sexposititivität und Bodypositivität propagierte. Generell hatte er immer eine Botschaft an die queere Welt. Mir persönlich hat diese Art einen gewaltigen Crush beschert. Bei ihm ist das Wort „liebenswert“ nicht nur eine Redewendung, sondern Programm. Sorry…not Sorry!
Lars, die Hure mit Herz
Mit wie vielen Männern Lars geschlafen hat ist umstritten. Man munkelt, dass es viele waren. In einem Podcast über schwulen Sex, war seine Expertise demnach unerlässlich und dringend notwendig. Hinzu kam, dass er nie ein Blatt vor den Mund nahm und Menschen auf die Missstände hinwies anstatt Intoleranz als gegebenes gesellschaftliches Phänomen hinzunehmen. Über den Sexperten hinaus, entwickelte Lars sich zum Botschafter für seelische Gesundheit. Die Facetten des Feuerkessels sind vergleichbar mit der Unendlichkeit des Weltalls. Über die Einfältigkeit der Gesellschaft hinaus und noch viel viel weiter. Mittlerweile muss auch er sich mindestens zwei Tage auskurieren, wenn er mal einen über den Durst getrunken hat. Da kann ich nur sagen: Welcome to the Club!
Micha, der eitle Pfau und Liebesbotschafter
Spieglein Spieglein an der Wand? Wer ist der schöne schwule Mann im Land? Natürlich Micha! Gerüchten zur Folge wissen das zumindest alle Männer in seinem Fitnessstudio. Er schaffte es, seine eigene Eitelkeit und Bodypositivität nebeneinander stehen zu lassen. Zusätzlich stellte er immer wieder unter Beweis, dass man so viel Sex haben kann wie man will, ohne das der Zugang zu den eigenen Gefühlen verloren geht. Auch hier wurde der Kampf gegen die Einfältigkeit der Gesellschaft erfolgreich aufgegriffen. Sein Spass am Sex bescherte ihm einen Onlyfansaccount. Bei allem Spaß, kam die Liebe aber nicht zu kurz. Gegenwertig versüßt Micha, zusammen mit seinem Ehemann Tim, das Leben anderer, in Form von Kochcontent auf Instagram. Gegensätze, die nebeneinander Bestand haben und zeigen, dass jede Geschichte mindestens vier Seiten hat. Für die kommenden Rezepte mit Ejakulat empfehle ich ein gehörige Portion Liebe und Ananas!
Auf die Liebe
Die Message von Schwanz und Ehrlich ist ohne Zweifel eine Frage der Interpretation. Da die drei sich selbst als Podcast über schwulen Sex definierten, ging es viel um die eigenen Erfahrungen in diesem Bereich. Durch die offene Art wurde aber auch ein Zusammenhalt der queeren Community geschaffen. Die Jungs teilten nicht nur ihre Sexgeschichten mit den ZuhörerInnen, sondern auch private Erlebnisse bezüglich des Lebens und der Liebe. Die Thematiken wurden nicht nur auf schwule Männer per Se bezogen, sondern schlossen alle sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten mit ein. Wer bei der Aufklärung zum Thema LGBTQIA* nach dem erhobenen Zeigefinger suchte, hatte keinen Erfolg. Wichtige Inhalte wurden immer mit Humor und Herz vermittelt. Meine Lieblingsfolge „Slutshaming“ zeigt besonders gut, worum es den Herren ging. Nämlich den Menschen da draußen zu vermitteln: Du bist gut, so wie du bist! Für deinen Spaß am Sex brauchst Du dich vor Niemandem zu rechtfertigen!
Schüss
Vor Monaten haben die drei beschlossen, VORERST mit Schwanz und Ehrlich aufzuhören. Die Geschichten über schwulen Sex sind aus Sicht der Protagonisten zu Ende erzählt. Was Mirko, Lars und Micha noch so bewegt, kann in ihrem neuen Podcast „Kronjuwelen“ verfolgt werden. In der letzen regulären Folge „3 Stunden Orgasmus“ wird klar, dass die Reise durch die letzen drei Jahre die Männer verändert hat. Von der „Duden ist schwul“ Kampagne über den „Riot of Love“ bis hin zu „Varianz und Tanz“ haben die Jungs eine Reichweite gewonnen und diese im Namen der Community genutzt. Wer nicht glaubt, dass hinter einem Podcast soviel Bewegung stecken kann, der sollte sich die Folgen noch einmal anhören. Persönlich verbinde ich viel damit, sei es mein eigenes Coming-Out oder mein Bezug zur Community. Deswegen bleibt am Ende nur ein Zitat, welches nicht nur für die ZuhörerInnen, sondern auch für die Jungs von Schwanz und Ehrlich gilt: Alles Liebe!!! Auch privat!!
